Freitag, 13. November 2015

Freitag der 13'te


Über Nacht hatte es ca. 30 cm hoch geschneit…Als erstes mussten wir die Wagons auf dem Campingplatz von dem vielen Schnee befreien, dass die Planen unter der Last nicht zusammenbrechen. Anschließend halfen wir das Auto von zwei Gästen zu befreien, die aufgrund des Schnees nicht das Gelände verlassen konnten. Ach ja, wir haben eine Art Wettbewerb – wer ist noch nicht ausgerutscht (Petra ist die einzige). Es ist nämlich wirklich Arschglatt hier. Meistens ist es sehr lustig – manchmal aber auch sehr schmerzhaft – dieser Meinung ist auch mein Ellenbogen, welcher in allen Regenbogenfarben leuchtet. Für den nächsten Tag beschlossen wir nach Golden zu fahren, um Spiderman dem Ort zu beerdigen, an dem alle seine Tiere beerdigt sind. Als Überraschung für Dan malte ich Spiderman einen Stein  - sozusagen als Grabstein.

Grabstein für Spiderman

Donnerstag, 12. November 2015

Horrortag



Als wir am Morgen die Pferde fütterten, bemerkten wir, dass Presto (das blinde Pferd) fehlte… Auf der Stelle ließen wir alles stehen und liegen und suchten das gesamte Gelände ab. Wir kämpften uns durch den Wald, folgten Hufspuren  im Schnee, die eigentlich nur von ihm sein konnten, da sie völlig wirr durch das Gebüsch verliefen. Nach zwei Stunden erfolgloser Suche, schossen mir die Tränen in die Augen, ich konnte nur daran denken, wie hilflos er doch war. Irgendetwas in mir sagte mir, dass ich nochmal zurück zum Fluss gehen sollte – und tatsächlich, da fand ich ihn!!! Er stand(!!) (Gott sei Dank, er schien unverletzt) in einem 3-4m tiefem Loch. Mir vielen 10 000 Steine von meinem Herzen und ich schrie aus aller Seele: „I‘ve got him“, da ich keine Ahnung an Welchem Ort sich die anderen alle befanden. So dauerte es keine fünf Minuten bis alle an dem Loch eingetroffen waren. Nun hatten wir ihn gefunden, aber wie sollten wir ihn  aus diesem riesigen Loch herausbekommen?... Der Plan war eine Rampe zu bauen, und so stiegen Martin und ich zu unserem geliebten Presto hinab und bauten eine Rampe aus dem uns angereichten Holz und Paletten.
Auf den letzten Metern ging uns der Saft vom Akkuschrauber aus und so fuhren Dan und Jo zu seiner Kabine, um seinen Akkuschrauber zu holen. Wir warteten solange mit Presto in dem Loch… …und warteten… Nach einer gefühlten Ewigkeit kehrten sie zurück. Beide hatten sie Tränenunterlaufende Augen. Schniefend presste Jo die Worte „Spiderman is dead“ heraus. Spiderman war Dan`s elf Jahre alter, dicker schwarzer Kater mit 28 Zehen (sieben an jeder Pfote). Und er war so verschmust und süß… Das schrecklichste war aber, wie er gestorben ist. Eine von Dan’s Hündinnen (ice) brachte ihn um und zog ihm das Fell ab. Jo sagte mit bleichem Gesicht „überall war Blut und Fell und Dan brach weinend zusammen“…
Doch wir mussten uns alle zusammenreißen und an Presto denken. Die ersten Versuche ihn aus dem Loch zu bringen, scheiterten kläglich und es tat sehr weh mit anzusehen, wie er wieder zurück in das Loch fiel. Jedes Mal dachten alle nur – oh nein, er hat sich was gebrochen, dass wars dann… Doch unglaublicher Weise hatte er sich keine schlimmeren Verletzungen zugezogen. Nach ca. sechs Stunden in der Affenkälte und mit knurrenden Mägen starteten wir den fünften Versuch. Es hatte zu schneien begonnen und die Stimmung wurde immer gedrückter. Doch dann schafften wir es endlich! Man merkte Presto deutlich an, dass er total geschafft war und keinen weiteren Versuch mehr mitgemacht hätte. Es war als hätte er gewusst, dass dies seine letzte Chance war… Ich – Wir alle waren so froh- aber ich ganz besonders. Und wir wären bestimmt alle total glücklich gewesen, wenn da nicht die Sache mit Spiderman gewesen wäre… So haben wir an diesem Tag einem Pferd das Leben gerettet und dafür einen wundervollen Kater verloren…

Rampe bauen

puh...
Versuch Nr. 1

Sonntag, 8. November 2015

"Beaverfootfamily"

Zurück in Beaverfoot, kehrte recht schnell wieder der Alltag ein, dieser ist jedoch keinesfalls langweilig... Wir und die neuen Woofer sind ein sehr gutes Team - eine kleine "Beaverfootfamily". Nachdem wir Dan's roten Truck aus den Fängen des Abschleppdienstes befreit hatten, befestigten wir die Seitenspiegel mit Klebeband, um wenigsten etwas mehr Sicherheit auf dem Highway zu haben... Am Abend hatten wir dann Stromausfall. Aufgrund der ansteigenden Kälte friert der Bach immer mehr zu, aus dem Beaverfoot seine Energie bezieht. Sprich also wenn wir die Spülmaschine betätigen, beginnen alle Lichter im gesamten Gelände zu flackern. Dan ist der Meinung, dass wir nun jedes mal die Gefriertruhen ausstecken sollen, wenn wir Geschirr spülen, oder die Mikrowelle benutzen...

Das Wetter ist ziemlich bescheiden... Die Wetterprognose sagt ständig Schnee voraus - und was haben wir davon... ein popliges kleines bisschen Schnee und dann Dauerregen...

Raph und seine Family sind für einen Kurzurlaub nach Calgary gefahren, somit hatten wir ein sturmfreies Wochenende, wir tranken hot Whiskey und schwitzen in der Sauna, irgendwas Gutes musste das Wetter ja an sich haben.... Wir konnten die Hunde Mixie und Luna bei dem schweinewetter auch nicht draußen lassen und beschlossen sie verbotenerweise in die Lodge zu lassen. Joana (Jo) nahm sie mit in ihr Zimmer auf - und entschied sich somit gegen den Schlaf, denn die jungen Hunde kämpften unter ihrem Bett, sprangen auf sie und tobten im ganzen Raum herum. So beschloss sie sie in die Mädchentoilette einzusperren, doch nachdem sie auch dort randalierten und die Mülleimer ausräumten, musste ein neuer Plan her, so bauten wir für die nächste Nacht eine Sperre vor die Treppe und liesen sie im Flur vor unseren weit geöffneten Zimmertüren schlafen...

ein bisschen Schnee...

"Kindersicherung"(aus einer Bank und der Tischplatte) für Luna und Mixie

Montag, 2. November 2015

Roadtrip II (Teil 2, zwischen Banff, Calgary und Beaverfoot)

Als wir am Sonntagmorgen noch einmal durch das Städchen bummelten begann es zu schneien - erst ganz leicht und dann wuchsen die Schneeflocken auf die Größe eines Golfballs heran - es war fantastisch...
Nachdem wir unser erstes Freudentänzchen auf den bereits schneebedeckten Asphalt gelegt hatten, ging's mal wieder ins Auto und ab nach Calgary. Eine sehr große, aber keine besonders schöne Stadt, deshalb war unser Aufenthalt nicht besonders lange.
Aber fast hätte ich mir einen Strafzetel von läppischen 180 C$ eingeheimst... und das nur weil ich versehentlich über rot gelaufen bin. Was müssen die auch n Zebrastreifen und ne Fußgängerampel zusammen machen? - da blickt ja keiner mehr durch...

Und so kehrten wir Calgary den Rücken und machten uns auf den "Heimweg" nach Beaverfoot. So legten wir mal schnell innerhalb dieser paar Tage eine Strecke von 1200 km zurück...
In Beaverfoot angekommen empfingen uns drei neue Woofer (Silvan, Nelly und Joana) und Dan (der jetzt auch noch Trucklos war, da er beim jagen von der Polizei erwischt wurde - und das ohne Jagd- und ohne Führerschein...)

Am frühen Montagmorgen würde ich unsanft durch Martin's Jubelschreie geweckt, als er die ersten 2 cm Schnee in Beaverfoot entdeckt hatte :)


Schnee...
hihi
Unser erster Elch

Samstag, 31. Oktober 2015

Halloween...


Nach einer nicht ganz so erholsamen Nacht (da jemand besonders hartnäckig versuchte mit seiner Karte unsere Türe zu knacken – wir stellten uns einfach tot), beschlossen wir, auch wegen des schlechten Wetters einfach in unserem Bett zu bleiben, Postkarten zu schreiben und eine Back-Sendung nach der anderen zu gucken. Außerdem besaß unser Hotelzimmer eine Badewanne – mehr brauche ich dazu wohl nicht zu sagen (hihi). Nur zur Nahrungsaufnahme trollten wir uns in das Nass- kalte Wetter hinaus.
Am Abend trafen wir uns in der Stadt mit Matt, Niklas und Nick – unsere ehemaligen Kollegen in Beaverfoot, um gemeinsam Banff unsicher zu machen. Wir versackten in einer kleinen Bar, die ihr Bier selber brauen, mit live Musik und vielen lustig verkleideten Gestalten. Auf dem Heimweg stoppten wir bei einer 3-mann-Band die die Banff Ave rockten. Alles in allem, ein sehr gelungener Abend…