Montag, 1. Februar 2016

CHICAGO

Gegen acht Uhr am Freitagabend erreichten wir unseren neuen Airbnb Platz, jedoch standen wir vor verschlossenen Türen... (in einer nicht allzu prickelnden Gegend)
Uns blieb nichts anderes übrig als uns zu Fuß auf die Suche nach W-Lan zu machen, um unserem Host Matt eine Nachricht zu schreiben. Nach ungefähr einer Stunde hatten wir es dann auch endlich in unsere neue Bleibe geschafft. Matt (der aussah wie der Typ aus "Family Guy" höchstpersönlich) zeigte uns unser Zimmer und klärte uns über die Hausregeln auf. Ganz besonderen Wert legte er darauf, dass wir unumgänglich unser Geschirr abspülten und versorgten - null problemo!

Erschöpft und leicht kränklich verbrachten wir die meiste Zeit des ersten Tages in der Wohnung, machte aber auch nichts, so konnten wir uns wenigstens mal mit der Planung unserer Weiterreise beschäftigen. Abends wollten wir, auf Empfehlung von Matt, uns eine orginal "Deep dish pizza" aus Chicago gönnen, da wir aber die Onlinebestellung auch nach dem vierten Versuch nicht auf die Reihe brachten, beschlossen wir sie einfach persönlich abzuholen. Gesagt, getan. So fuhren wir also zu Lou Malnati's Pizzeria. Nach einer halben Stunde Wartezeit konnten wir unsere Pizza dann auch endlich mit knurrenden Mägen entgegen nehmen. Schnell machten wir uns auf den Heimweg, wir wurden allerdings nach wenigen Metern von einem blinkenden Polizeiauto wieder gestoppt. Mit einer Hand an der Pistole kam der Officer an unser Fenster, verlangte den Führerschein und die Versicherungspapiere(!) und fragte was wir hier zu suchen hätten - dies wäre eine sehr gefährliche Gegend. Er merkte uns wohl an, dass wir davon keinen Schimmer hatten und ließ uns mit der Ermahnung unser rechtes Bremslicht zu reparieren, ohne Ticket von Dannen ziehen.

Zurück in der Wohnung machten wir uns über unsere Pizza her (welche aus einer Art Mürbteig, einem riesen Haufen Käse und Tomatensoße auf dem Käse, bestand). Unfreiwillig durften wir an Matts Date teilhaben, welcher sich unmittelbar neben uns mit seiner Flamme über Themen unterhielt, welche man normalerweise unter vier Augen klärt. Unsere Ohren waren aber nicht die einzigen, denn in dem offenen Wohnbereich hielten sich Sandra und Gordi (zwei werdende Ärzte aus Nigeria) in ihrem Bett auf. Matt vermietete nämlich einfach mal noch zwei Queensizebetten mitten im Wohnzimmer...

Am Montagmorgen reparierten wir also unser defektes Bremslicht. Dabei bemerkten wir einen knallorangenen Briefumschlag an unserer Windschutzscheibe - Scheiße! Jap, wir hatten ein Ticket bekommen, für zu nahmen Parken an einem Hydranten - und das ist kein Schnäppchen. Stolze 150 US$ durften wir an die Stadt Chicago abdrücken, das tat weh...
Ein bisschen frustriert machten wir uns mittags auf um Downtown zu erkunden. Mit einer ruckelnden Hochbahn fuhren wir in die Stadt. Dort angekommen fühlte man sich winzig und ein kleines bisschen wie in einem Club, denn von sämtlichen Blumeninseln dröhnte einem Musik entgegen. Wir besichtigten den Millennium Park, Navi Pier, das Hardrock Cafe und den Beginn der Route 66.

PS: Als wir Abends in die Wohnung zurückkehrten, stand in der Küche immernoch das Geschirr von Matt's Date von vor zwei Tagen...

Route 66

wir nennen sie nur die Bohne...
huhu


Downtown

Matt's Wand der Reisenden (wer entdeckt unseres?)


Stadtgänse, die überall Tretmienen verteilen...

sowas sieht man bei uns auch nicht...

Hardrock Cafe Chicago

Ich seh Dich!

Wir waren wirklich hier!

Freitag, 29. Januar 2016

Weiter geht die große Reise

Die Fahrt nach Chicago betragt lediglich 7 Stunden, schreit also noch nach einem Zwischenstopp. Somit peilten wir zuerst Milwaukee an, die Heimat von Harley Davidson. Für lediglich 20$ pro Nase kann man sich die Geschichte der legendären Motorradmarke im Harley Davidson Museum ansehen. Dieses war recht nett gestaltet, mit vielen sehr alten Motorrädern. Für den Eintrittspreis jedoch recht klein. Jedoch hatten wir die Möglichkeit an einem Gewinnspiel teilzunehmen und reisen womöglich bald mit einer Original HARLEY DAVIDSON (Jacke) durch Kanada.


Harley Davidson Museum
Harley welche durch den Tsunami 2011 von Japan nach Kanada, BC gespült wurde
Ganz nett aber halt doch keine BMW

Ganz besonderes Highlight der Fahrt ist, dass unser Auto nun zu 100% kanadisch oder amerikanisch aussieht. Wir besitzen jetzt auch einen trendigen Riss in der Windschutzscheibe. Hat hier jedoch jedes dritte Auto. Da wir hier nicht zum TÜV müssen stört das erstmal nicht.  Bis jetzt ist er zudem recht klein und nur auf der Beifahrerseite. Da die Straßen hier jedoch Schlaglöcher haben die man auch mit Bombenkrater verwechseln könnt bin ich mal gespannt in welche Richtung die Scheibe weiterreist.

Donnerstag, 28. Januar 2016

Skyways in Minneapolis

Am Mittwochmorgen machten wir uns nach langem ausschlafen zum Frühstücken auf. Wir fanden ein recht kleines aber nett eingerichtetes Restaurant. Wir verputzten zwei Teller, ich mit Blueberry Pancakes und Melissa mit Blackberry Pancakes. Sie waren in Ordnung, jedoch nicht ganz so gut wie unsere eigenen. Im Anschluss besorgten wir noch ein paar Lebensmittel und machten uns auf den Weg zurück zu unserer Unterkunft. Dies war ein Zimmer im Haus von Liv. Wir hatten jedoch das Haus meistens für uns allein, da Liv nur sehr selten Zuhause anzutreffen war. Wir mussten das Haus lediglich mit Anja und Zasha teilen. Anja ist eine junge, recht verspielte Katze und Zasha ein, unter starker Fettleibigkeit leidender Kater, jedoch super knuddelig.

Am nächsten Tag machten wir uns auf den Weg in die Innenstadt. Fast alle Gebäude der dort sind durch Brücken, Skyways miteinander verbunden. Somit kann man Stundenlang von Geschäft zu Geschäft bummeln ohne jemals nach draußen zu müssen. Jedoch ist es fast unmöglich die Orientierung zu behalten. Die Gänge in den Gebäuden wechseln nämlich ständig die Richtungen. Wir gaben gegen Ende auf, um zurück zu unserm Parkplatz zu gelangen, benutzten wir die Straßen. Man könnte es unserer Meinung nach auch als Skylabyrinth bezeichnen. Für unseren Besuch in Minneapolis war es dann auch schon wieder die letzte Nacht. Wir planten unsere Reise weiter nach Chicago.

Haus von Liv
Bild aus einem der Skyways
Minneapolis

Mittwoch, 27. Januar 2016

Welcome to the USA!!!

Ohne Frühstück machten wir uns auf die Suche nach einer Bank, die uns ein paar US- Amerikanische Dollar aushändigen würde. Nach ungefähr einer Stunde hatten wir dann auch endlich ein paar (wie Spielgeld aussehende) Scheinchen ergattert und machten uns auf unsere bisher längste Fahrt. Das heutige Etappenziel war Minneapolis. Das Hauptziel für die nächsten drei Wochen ist Toronto. Nach ungefähr zwei Stunden erreichten wir die Amerikanische Grenze. Wir wurden mit einer überragenden Freundlichkeit (Ironie!) empfangen und gleich darauf in Verhör genommen. Natürlich bekamen wir auch noch den stinkigsten Grenzbeamten ab, den Amerika zu bieten hat - wenigstens durften wir unsere Klamotten anbehalten... Nachdem wir dafür unterschrieben hatten, das wir bisher keinem Amerikanischen Staatsbürger ein Kind entzogen haben, oder in irgendeiner Weise in den zweiten Weltkrieg verwickelt waren, durften wir je unsere 6$ blechen und weiterreisen.
Die Landschaft wechselte von sehr flach über flach und flacher, bis schließlich zu ein bisschen hügelig.
Nach zehn Stunden Fahrt erreichten wir Minneapolis. Und der Name stammt bestimmt nicht von mini! Fünf spurige Fahrbahnen trieben uns die Schweißperlen auf die Stirn. Nachdem wir die letzte Hürde - das Türschloss - hinter uns gebracht hatten, fielen wir erschöpft in unser neues Bett.

unsere ungefähre Route bis jetzt

Montag, 25. Januar 2016

Dritter und vierter Stopp: Regina und Winnipeg

Nach Saskatoon ging's für eine Nacht ins Hostel nach Regina. Am Freitag fuhren wir dann auch schon weiter nach Winnipeg. Die Fahrt war schrecklich, die Schneeverwehungen waren so stark, das man nicht einmal mehr das Auto vor einem erkennen konnte - ich glaube das könnte man fast schon einen Schneesturm nennen... Jedenfalls kamen wir nach ungefähr sieben Stunden Fahrt doch tatsäglich lebend an unserem Ziel an. Am Samstag gönnten wir uns erstmal ein bisschen Ruhe und verließen das Haus nur für einen Kaffee und um ein paar Lebensmittel einzukaufen.

In alter Frische ging's am Sonntag in den Zoo im Assiniboine Park. Was für ein süßer Zoo... Alles war mit sehr viel Liebe gestaltet, an manchen Gehegen waren handgeschriebene Notizenzu den Tieren zu finden. Aber mein Highlight war "Journey to Churchill" eine Aktion des Zoos, die sich um kranke oder verwaiste Eisbären kümmert. Das war der Hauptgrund, warum wir überhaupt diesen Zoo besuchten, denn nach Churchill hatte sich leider als zu teuer und zu Zeitintensiv herausgestellt... Aber ich bin mir ziemlich sicher, das so nah, wie ich den Eisbären in diesem Zoo gekommen bin, das wäre in Churchill niemals zu Erwarten gewesen. Es gibt einen unter Wassertunnel und wenn man Glück hat, kann man den Eisbären beim schwimmen zusehen - wir hatten dieses Glück und dass sogar zweimal an diesem Tag! Man konnte ebenfalls den Seerobben beim schwimmen zusehen, natürlich in einem seperaten Tunnel, ansonsten wäre  dieser wohl eher erst ab 18 Jahren freigegeben...

Um uns etwas aufzuwärmen setzten wir uns in das Zoorestaurant, welches sich coolerweise direkt am Eisbärengehege befand. So konnte man genüsslich seinen Kaffe schlürfen oder eine warme Mahlzeit zu sich nehmen und nebenbei die Eisbären durch (ziemlich dickes) Glas beobachten. Ein herrlicher Tag...

An unserem letzten Tag in Winnipeg wollten wir eigentlich das Manitoba Museum besichtigen, welches aber leider am Montag geschlossen hatte, ebenso wie das Royal canadian mint, eine Münzfabrik. So gönnten wir uns ein super leckeres Donutfrühstück in einem sehr unspektakulär aussehenden kleinen Laden namens "Bronuts". Die Preise hatten es in sich - die Donuts aber auch... Anschließend gings zum "Forks Market". Ein bunter Markt in einer großen Markthalle, welcher sieben Tage die Woche, 365 Tage im Jahr, viele tolle Sachen anbietet.

Welcome to Schorsch :)
"Journey to Churchill"
meine neue große Liebe
Tunnel
Schuhgröße 72+
Eisbär
Seelöwe
vom Aussterben bedroht
Eisbär die Zweite
Puschkin - Bär :)
Hi
laaaaangweilig...
mein neuer Freund (im Restaurant)


The Forks Market