Dienstag, 14. Juni 2016

Ab in die Luft

In den letzten zwei Schichten haben wir Bäume in Hines Creek gepflanzt. Dort wurden im Winter große Waldstücke abgeholzt. Die Waldstücke sind jedoch nur im Winter mit  dem LKW oder Auto erreichbar, wenn die Zufahrtsstraßen gefroren sind. Im restlichen Jahr bestehen die Straßen und Wege dort nur aus Schlamm. Das bedeutet für uns, dass wir zu diesen Gegenden eingeflogen werden. Wir hatten einen Helikopter der uns morgens zu unserm  Arbeitsplatz flog und uns den restlichen Tag mit Bäumen versorgt hat. Pflanzen dort war wiederum sehr hart. Der Boden dort war zwar wie versprochen nahezu ohne Steine, aber auch so weich dass es einem vorkam als würde man zehn Stunden am Tag auf einer Matratze laufen.  Immerhin konnte man sich den ganzen Tag auf den Rückflug freuen.
Melissa hat sich mit einer Wespe oder einem anderen stechendem Tier angelegt, seit dem hat sie einen dicken roten Fleck an Ihrem Bein. War wohl eine Allergische Reaktion auf die kanadischen Insekten. Apropos Insekten, wir werden hier einfach nur  überrannt von Schnacken und Black Flys (kleine Schwarze Fliegen die einem einfach aus Spaß an der Freunde in die Haut beißen).
Jedenfalls  haben wir diesen Auftrag nun abgeschlossen und fahren geraden in die Richtung Mosquito Lake in Alberta. Dort warten bereits die nächsten Bäume die gepflanzt werden wollen. (Und der Name hört sich ziemlich viel versprechend an…)


Ab geht's zum Arbeiten

Kanadischer Wald (von Oben)
Unsere Pilotin
Der schreckliche Block
Umzug (heute morgen)

Freitag, 3. Juni 2016

Wir ziehen um!


Am Freitag hieß es für uns, weiter geht’s! Wir schlossen an diesem Tag unsern ersten Auftrag ab. Wir haben dort die letzten Wochen 2,5 Millionen Bäume gepflanzt. Ich habe mit 25.000 Bäumen mittlerweile doch auch schon einen kleinen Wald gepflanzt und Melissa hat für die notwendige Verpflegung gesorgt. In den letzten Wochen hatten wir ganz schön mit dem Wetter zu kämpfen. Nachts fielen die Temperaturen unter den Gefrierpunkt, tagsüber dann heiße Sommerwetter welches aber alle wenigen Minuten zu in starken Regen, Hagel oder sogar Schnee wechseln konnte.

In zwei Tagen heißt es für uns wieder Bäume pflanzen und Essen kochen. Dazwischen jedoch noch Küchen abbauen, Lebensmittel einkaufen und eine ca. 1000 km Autofahrt hinter uns bringen. Unser nächster Auftrag liegt in der Nähe von Hines Creek in der Provinz Alberta. Dort dann wieder die Küche aufbauen und so weiter und so weiter...

Die Küche (Melissa's Reich)


Melissa hatte Geburtstag :-)


Die letzten gepflanzten Bäume
 

Mittwoch, 25. Mai 2016

Im Busch

Mittlerweile haben wir schon den ersten Monat überstanden. Ja, überstanden, denn es ist anstrengend, aber richtig. Martin wird von allen Seiten gelobt, mittlerweile pflanzt er täglich um die 1300 Bäume.

Für alle die sich nichts unter einem Tree-planting Camp vorstellen können:

Unser Camp besteht aus 48 Leuten (und bestimmt 15 Hunden). Mitten im Busch haben wir uns kleines Dorf errichtet, bestehend aus einem Office-Zelt, einem Zelt in dem man, nach teilweise langen Regentagen, seine Kleidung trockenen kann, einem Küchenzelt, einem Geschirrspülbecken im freien, einem Anhänger mit drei Duschen und aus selbstgezimmerten Plumpsklos. In 4-Tagesschichten machen sich die Planter morgens um sieben auf zu den „Blocks“, um diese zu bepflanzen.

Mein Tag beginnt morgens um drei. Zuerst werden die Strom Aggregate betankt, damit ich überhaupt Licht uns Strom in der Küche habe, anschließend setzte ich einen 20l Topf mit Cowboy-Kaffee (Kaffee mit Kaffeesatz) auf. Mit meiner Zahnbürste im Mund trage ich alle meine vorbereiteten Sachen aus dem Kühlanhänger. Ihr würdet Augen machen, alleine bei der Frühstücksauswahl… Jeden Tag stehen frisch gebackene Muffins, Cornflakes, Müsli, Joghurt, frische Früchte, Obstsalat, verschiedene Eierspeisen, Bacon, Würstchen, Wraps, Brot, Bohnen, Kartoffelgerichte, Orangensaft, Smoothies und vieles mehr auf dem Speiseplan. Außerdem gibt es einen separaten Tisch mit Wurst, Käse, Eier-, Tunfisch salat, selbstgemachtem Humus, und verschiedensten Gemüsesorten bereit, damit sich die Planter ihr Mittagessen zubereiten können. Um 5.30 Uhr trudeln dann die Ersten ein. Bis sieben Uhr sorge ich für allerlei Nachschub. Dann räume ich die Küche auf, um Platz für Mandy zu machen, sie ist für das Abendessen zuständig. Ich verkrümele mich zum Geschirr spülen, sofern der Wassertank gefüllt ist, falls nicht, muss ich runter zum Fluss und die Pumpe anschmeißen. Nach einem riesen Haufen Geschirr, mache ich mich an die Vorbereitungen für den nächsten Tag –Wurst- und Käseplatten, Gemüse, Obst usw.,…. Dann backe ich Kekse, Handhebenkuchen und Müsliriegel. Mit Mandy teile ich mir die Aufgaben wie zum Beispiel das Reinigen der Duschen und Toiletten.

In bereits neun Tagen, ziehen wir weiter. So, dann gehen wir mal wieder zurück in die Isolation J

PS: Einen Bären haben wir bis jetzt leider (oder im Küchenzelt zum Glück) noch keinen gesehen…

Mittwoch, 4. Mai 2016

Die erste Tage im Camp



Unsere ersten Erfahrungen beim tree planting. Am Donnerstagmorgen hieße es plötzlich dass wir heute aufbrechen. Geplant war eigentlich, dass wir am Freitag abreisen. Wir hatten also zwei Stunden Zeit um noch schnell zwei Maschinen Wäsche zu waschen und trocknen, sowie all unsere Sachen zusammenzupacken. Um 14:00 Uhr hatten wir dann alles  sicher im Auto verstaut, uns  verabschiedet und fuhren zum  Rest der Crew. Nach weiteren Stunden warten brachen wir schließlich auf. Im Konvoy fuhren wir an diesem Tag bis Prince George, dort übernachteten wir auf einem Parkplatz für LKW’s und Wohnmobile.  Am nächsten Tag ging es weiter nach Williams Lake. Unser Camp ist ca. 1,5 Stunden Fahrt von dort. Wir verbrachten die nächsten zwei Tage mit aufbauen der Zelte, einrichten der Küche, ausheben von Löchern für Plumpsklos, einrichten der Duschen und vieles mehr. Am Montag ging es dann endlich los mit Kochen und Bäume pflanzen.

Mittlerweile haben wir die ersten zwei Schichten überstanden. Eine Schicht hier besteht aus vier Arbeitstagen und einem Tag Wochenente, zumindest für mich. Melissa arbeite auch noch an unserem freien Tag, dass wir mit ausreichen Essen versorg werden.

Küchen- und Aufenthaltszelt
Unser Zuhause (Auto + Zelt)
Das ist das  Areal welches bepflanzt wird.